Tanztheorie

Tanzutopie



Most people will dance fairly easy to anything that's 100 bpms or higher, but contemporary hiphop, especially in the last, I'd say, five years or so, has all moved to like 88bpm as a norm, or maybe the low nineties. And most R&B production is in the low nineties to the high eighties range. It's very groovy, but if you think about it, it's not like up-tempo dance stuff. A lot of people who are used to more disoc-era speed beats - which were like 120, or house beats which crank up to like 130 or so - find it very hard to dance to something that's at 88 bpm. Because it's so slow. You can't really get kinetic with it, you just have to groove to it.

Oliver Wang 1998, zitiert nach Joseph G. Schloss, Making Beats - the art of sample based hip-hop.

Traditionelle arabische Musik ist schon deshalb nicht als Basis f?r einen Mashup geeignet, weil innerhalb eines St?ckes das Tempo von extrem langsamem HipHop fast bis zu D'n'B-Geschwindigkeiten variieren kann (und das von Hand gespielt). Es ist ein Ding der Unm?glichkeit, einen straighten Popsong auf sowas zurecht zu pitchen. Dazu kommen die f?r hiesige Musik recht ungewohnten Taktarten, angefangen bei sowas wie einem 5/4.

Allerdings sind einige dieser St?cke mit einem so ?berirdischen Groove versehen, dass ich mich manchmal in Zukunftswelten tr?ume, in denen die Clubmusik so Variantenreich an Rhythmus und Tempo geworden ist, wie es diese und andere Musik schon einmal war (moderne arabische Musik benutzt meist einen sehr housigen 4/4 Beat), einfach weil die st?ndige suche nach Neuem dazu gef?hrt hat, dass die Produzenten irgendwann gezwungen waren, tats?chlich alles, was es an M?glichkeiten gibt, auszusch?pfen. Ich will lieber R&B auf 5/4, der sich zwischendurch zu wahnsinnigem Tempo aufschwingt und beim runterkommen immernoch in die Beine geht, als noch mehr m?chtegern arabische Sounds, die doch die gesampelten Quellen wieder auf einen einzigen, durchg?ngigen 4/4 Beat zwingen. Allerdings bin ich selber noch nicht in der Lage, diese Vision umzusetzen, dazu mangelt es mir schon allein an DJ Skillz, und Vorbilder gibt es eben auch nicht wirklich. Obwohl DJ/Rupture und Karl Marx Stadt schon ganz sch?n weit fliegen. Es geht eben um das Hinternwackeln und das Headbangen und das Rumspringen.
14.10.05 01:34


Hinternwackelnde Theorie



?Die Gefahr ungeb?ndigter Bewegungen ist eben unbedingt zu vermeiden?

Warum gehen Menschen so gerne tanzen, und warum tanzen sie ausgerechnet zu dieser oder jener Musik, nicht aber zu der da hinten? Wann und warum wurde Tanzen als etwas subversives wahrgenommen? Was passiert mit uns, wenn wir Musik h?ren? Wann haben die Menschen wie getanzt?

Dieser und noch einiger anderer Fragen habe ich mich vor einiger Zeit in einem Artikel angenommen, dessen Urversion in der Testcard Nr.13 zum Thema """"Black Music"""" gedruckt wurde. Hier liegt jetzt eine weitr?umig ?berarbeitete Version rum:

(Pop)Musik und tanzende Ekstase.

F?r Menschen, die mehr dar?ber wissen wollen, was es mit der Tanzerei auf sich hat. Gleichzeitig bleiben aber auch einige Fragen offen - ich werde mich noch weiter mit dem Thema besch?ftigen, alle zus?tzlichen Infos sind sehr willkommen, neue Erkenntnisse werden nat?rlich in diesem Theater ausgebreitet werden.

Nen PDF davon gibz auch bald. [Edit: Jetzt und zwar hier]

Enjoy!

P.S.:"Beats! Beats, beats, beats! That?s what rap music is all about, right? Er, no, not exactly, but it is, what makes people boogie and freak out and do odd dances like the Steve Martin and the Humpty Hump." H.P. Rockerfella in Careless Talk #2
16.9.05 04:21


Henrik Schwarz über deutsches Tanzen



Ich habe keine Ahnung von seiner Musik, dennoch ein nettes Zitat aus der neuen De:Bug:

"Gerade Deutschland ist doch manchmal recht platt unterwegs. Auch wenn hier viel produziert wird, was auf ganz hohem Level passiert. Ich will das auch gar nicht als negativ bewerten, aber wenn man hier in die Clubs geht, ist es schon sehr funktional, nicht besonders tief, was da l?uft. Das hat was Aerobicm??iges, man geht zum Schwitzen da hin. Aber es ist nur was K?rperliches, nix Geistiges. Und extrem drogenlastig, ich wei? zwar nicht, wie das in Japan mit den Drogen ist, aber da wird schon zu ganz anderer Musik getanzt. Also die Engl?nder und die Japaner haben mich echt beeindruckt, da ist das dann kein Aerobic, sondern halt Kultur."

Auch sch?n:

"Das kombinieren und Schichten von T?nen, Rhythmen und Strukturen aus unterschiedlichen Zeitr?umen und musikalischen Genres hat etwas tief Befriedigendes und kann sogar s?chtig machen."

-ge?u?ert von einem Mitglied der Band Cyne
27.8.05 00:50


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